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UK: Leitfaden für Stellenausschreibungen

Salary Bands, Right-to-Work, Notice Periods und inklusives Wording – alles über den britischen Arbeitsmarkt

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Britische Stellenausschreibung mit typischen Elementen

Der UK-Arbeitsmarkt hat eigene Regeln – von Salary Bands bis zu Notice Periods

Der britische Arbeitsmarkt: Tradition trifft Moderne

Der britische Arbeitsmarkt ist einer der dynamischsten in Europa – und hat nach dem Brexit eigene Spielregeln entwickelt. Mit über 33 Millionen Beschäftigten bietet er einzigartige Chancen, erfordert aber Verständnis für lokale Gepflogenheiten.

Ob du als EU-Bürger in UK arbeiten möchtest oder als HR-Profi britische Kandidaten ansprechen willst: Dieser Guide erklärt alle wichtigen Aspekte – von Salary Bands über Right-to-Work-Prüfungen bis zu Notice Periods.

Die britische Bewerbungskultur ist formeller als in den USA, aber pragmatischer als in Deutschland. Das Verstehen dieser kulturellen Nuancen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Salary Bands: Transparenz als Standard

Im Gegensatz zu 'competitive salary' Angaben erwarten britische Bewerber zunehmend konkrete Gehaltsspannen. Seit 2024 verlangen immer mehr Unternehmen Gehaltsbandbreiten in Stellenanzeigen.

Best Practices für Salary Bands:

  • Konkrete Bandbreiten statt 'competitive' oder 'negotiable'
  • Level und Standort kontextualisieren (London vs. Regions)
  • Benefits separat aufführen (Pension, Private Healthcare)
  • Bonus-Strukturen transparent kommunizieren

£45k

Median Salary UK

Durchschnittliches Vollzeitgehalt 2024

£62k

London Premium

Durchschnitt in der Hauptstadt

25%

Pension Match

Typischer Arbeitgeberbeitrag

UK Benefits: Was erwartet wird

Pension Contributions

Mindestens 3% Arbeitgeberbeitrag (Auto-Enrolment), Premium-Arbeitgeber bieten 6-10%.

Private Healthcare

Oft als perk angeboten, besonders in London. BUPA, Vitality oder AXA sind üblich.

Holiday Entitlement

Gesetzlich 28 Tage inkl. Bank Holidays. Premium: 30-35 Tage.

Cycle-to-Work Scheme

Steuervorteile für Fahrradleasing – sehr beliebt in UK.

Right to Work: Post-Brexit Realität

Nach dem Brexit müssen alle Arbeitgeber Right-to-Work-Prüfungen durchführen. Für EU-Bürger bedeutet dies in der Regel ein Arbeitsvisum – das Skilled Worker Visa ist am häufigsten.

Visa-Kategorien für Fachkräfte:

  • Skilled Worker Visa: Requires sponsor + min. £26,200 salary (oder going rate)
  • Global Talent Visa: Für außergewöhnliche Talente ohne Sponsor
  • Graduate Visa: 2 Jahre für UK-Absolventen
  • Youth Mobility Scheme: Für 18-30-Jährige aus bestimmten Ländern

Right to Work: Key Points

Sponsor License

Arbeitgeber benötigen eine Sponsor-Lizenz, um Nicht-UK-Bürger einzustellen.

Salary Threshold

£26,200 Minimum oder 'going rate' der Rolle – je nachdem, was höher ist.

English Requirement

B1-Level Englisch erforderlich (nachgewiesen durch Test oder Degree).

Certificate of Sponsorship

Arbeitgeber stellt CoS aus – erst dann kann Visum beantragt werden.

Notice Periods: Länger als erwartet

Britische Notice Periods sind oft länger als in anderen Ländern. Standard sind 1-3 Monate, bei Senior-Positionen auch 6 Monate.

Typische Notice Periods nach Level:

  • Entry Level: 1 Woche bis 1 Monat
  • Mid-Level: 1-2 Monate
  • Senior/Management: 3 Monate
  • Executive/Director: 3-6 Monate
  • C-Suite: 6-12 Monate

Notice Periods nach Branche

BrancheJuniorSeniorExecutive
Finance/Banking1 Monat3 Monate6 Monate
Tech/Startups2 Wochen1-2 Monate3 Monate
Legal1 Monat3 Monate6 Monate
Healthcare4 Wochen8 Wochen12 Wochen
Retail1 Woche4 Wochen8 Wochen

Inklusives Wording: Diversität als Standard

UK-Stellenausschreibungen legen großen Wert auf inklusive Sprache. Das Equality Act 2010 verbietet Diskriminierung – und progressive Arbeitgeber gehen darüber hinaus.

Best Practices für inklusives Wording:

  • Geschlechtsneutrale Jobtitel verwenden ('Sales Representative' statt 'Salesman')
  • Keine Altersmarker ('dynamic young team' vermeiden)
  • Flexible Working standardmäßig erwähnen
  • Behindertenfreundliche Bewerbungsprozesse anbieten

Do's and Don'ts für UK-Stellenanzeigen

DO: Salary Range

Konkrete Gehaltsspanne angeben

DO: Flexible Working

Remote/Hybrid-Optionen nennen

DO: Benefits aufführen

Pension, Healthcare, Holidays

DON'T: 'Competitive'

Vage Gehaltsangaben vermeiden

DON'T: Altersmarker

'Young team', 'Digital Native'

DON'T: Overqualify

Unrealistische Anforderungslisten

Der britische Bewerbungsprozess

Der UK-Bewerbungsprozess ist strukturierter als in Deutschland, aber weniger formell als in Japan. Typischerweise umfasst er 3-5 Runden.

Typischer Prozessablauf:

  • Stage 1: CV-Screening (oft durch ATS)
  • Stage 2: Telefoninterview mit Recruiter (20-30 min)
  • Stage 3: Fachinterview (Video oder vor Ort, 45-60 min)
  • Stage 4: Panel Interview oder Assessment Center
  • Stage 5: Final Interview mit Hiring Manager/Director

Prozessklarheit: Was Bewerber erwarten

Timeline Communication

Klare Angaben zur Prozessdauer. Standard: 2-4 Wochen.

Feedback Policy

Konstruktives Feedback nach Interviews wird zunehmend erwartet.

Interview Format

Competency-based Questions sind Standard im UK.

Assessment Details

Vorab informieren über Tests, Präsentationen oder Case Studies.

Klarheit und Transparenz ziehen bessere Kandidat:innen an. Im UK erwarten Bewerber konkrete Informationen – von Gehalt bis Prozessdauer.

Karriere-Wiki Redaktion

Häufige Fragen

Brauche ich ein Arbeitsvisum für UK?

Ja, seit Brexit benötigen EU-Bürger ein Arbeitsvisum. Das häufigste ist das Skilled Worker Visa, das einen Sponsor (Arbeitgeber mit Lizenz) und ein Mindestgehalt von £26,200 erfordert.

Was ist der Unterschied zwischen CV und Resume in UK?

In UK ist 'CV' der Standardbegriff (nicht Resume wie in USA). Ein UK-CV ist typischerweise 2 Seiten lang und enthält persönliche Angaben, aber kein Foto. Der Fokus liegt auf messbaren Erfolgen und Kompetenzen.

Wie lang ist die typische Notice Period?

Das hängt von der Seniorität ab: Junior-Positionen haben oft 1 Monat, Mid-Level 1-3 Monate, Senior-Rollen 3 Monate und Executives können 6 Monate oder mehr haben. Dies wird im Arbeitsvertrag festgelegt.

Muss das Gehalt in der Stellenanzeige stehen?

Rechtlich nicht verpflichtend, aber zunehmend erwartet. Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben erhalten bis zu 30% mehr Bewerbungen. 'Competitive salary' wird als Red Flag wahrgenommen.

Was bedeutet 'Right to Work' Check?

Jeder Arbeitgeber in UK muss vor Arbeitsbeginn prüfen, ob ein Bewerber legal in UK arbeiten darf. Dies erfolgt durch Prüfung von Pass, Visum oder Share Code. Verstöße können zu £20,000 Strafe führen.

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