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Sprache & Formatierung in Jobanzeigen

Inklusiv, konkret und gut scannbar.

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Die Sprache und Formatierung einer Stellenanzeige entscheidet darüber, wer sich angesprochen fühlt, wie gut der Inhalt verstanden wird und ob Bewerbermanagementsysteme (ATS) die Anzeige korrekt verarbeiten können. Eine klar formulierte, inklusiv gestaltete Stellenanzeige erweitert Ihren Talentpool nachweislich um über 42% und reduziert gleichzeitig rechtliche Risiken durch diskriminierende Formulierungen.

Klare Sprache als Erfolgsfaktor: Moderne Kandidaten verbringen durchschnittlich nur 14 Sekunden mit dem ersten Scannen einer Stellenanzeige. In dieser kurzen Zeit müssen die wichtigsten Informationen erfasst werden können. Kurze Sätze mit maximal 20 Wörtern, aktive Formulierungen und konkrete Verben steigern die Lesbarkeit erheblich. Vermeiden Sie Fachjargon und Floskeln – sie wirken nicht professionell, sondern schaffen Barrieren für qualifizierte Talente.

ATS-Kompatibilität durch Struktur: Über 98% aller großen Unternehmen nutzen Applicant Tracking Systems zur Vorauswahl. Diese Systeme analysieren nicht nur Schlüsselwörter, sondern auch die strukturelle Aufbereitung des Textes. Konsistente Überschriften (H2/H3), Aufzählungslisten statt Fließtext und klare Abschnittsgrenzen ermöglichen es ATS-Systemen, Anforderungen, Verantwortlichkeiten und Benefits korrekt zu kategorisieren. Eine schlechte Formatierung kann dazu führen, dass Ihre Anzeige von Suchmaschinen schlechter gerankt oder von ATS-Systemen falsch interpretiert wird.

Inklusive Sprache als Wettbewerbsvorteil: Geschlechtsneutrale Formulierungen, der Verzicht auf Altersindikatoren und die Vermeidung kulturell codierter Begriffe erweitern nicht nur Ihren Bewerberpool, sondern signalisieren auch Ihre Unternehmenskultur. Studien zeigen, dass 67% der Kandidaten Unternehmen mit inklusiven Stellenanzeigen als attraktivere Arbeitgeber wahrnehmen. Verwenden Sie beobachtbare, jobrelevante Kriterien statt subjektiver Eigenschaften wie 'Teamplayer' oder 'dynamisch'.

Kulturelle Anpassung bei internationalen Anzeigen: Bei mehrsprachigen Stellenanzeigen reicht reine Übersetzung nicht aus. Kulturelle Normen bezüglich Direktheit, Formalität und Ansprache unterscheiden sich erheblich zwischen Märkten. Während im deutschsprachigen Raum eine sachliche, detaillierte Darstellung geschätzt wird, bevorzugt der angelsächsische Raum kürzere, nutzenorientierte Formulierungen. Berücksichtigen Sie diese kulturellen Präferenzen bei der Lokalisierung Ihrer Stellenanzeigen.

Inklusive Sprache und Formatierung in Stellenanzeigen

Klare Sprache bedeutet fairen Zugang zu Chancen

≤ 20

Wörter/Satz

Kurz, aktiv

2–3

Kernsektionen zuerst

Mission, Tasks, Muss

0

Jargon/Klischees

Konsequent vermeiden

Bias‑freies Wording

Neutrale Begriffe

‚Personen' statt ‚Guys'; keine Altersmarker wie ‚Digital Native' oder ‚junges Team'. Verwenden Sie geschlechtsneutrale Jobtitel und Pronomen.

Beschreibbare Kriterien

Beobachtbares, jobrelevantes Verhalten statt subjektiver Eigenschaften. Statt ‚Teamplayer' konkret: ‚Moderieren Sie wöchentliche Abstimmungen mit 3 Abteilungen'.

Keine kulturellen Codes

Vermeiden Sie Begriffe wie ‚Rockstar', ‚Ninja', ‚Hustler' – diese schließen bestimmte Gruppen aus und wirken unprofessionell.

Inklusive Benefits

Sprechen Sie verschiedene Lebensphasen an: Elternzeit, Sabbatical, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Pflegeunterstützung.

Lesbare Struktur

Überschriften & Listen

Verwenden Sie klare H2/H3-Überschriften für Abschnitte. Gliedern Sie Verantwortlichkeiten und Anforderungen in Bullet-Points (5-7 pro Sektion).

Konsistenter Aufbau

Standardisierte Reihenfolge über alle Anzeigen: Mission → Verantwortlichkeiten → Anforderungen → Benefits → Bewerbungsprozess.

Weißraum nutzen

Leerzeilen zwischen Abschnitten verbessern die Scannbarkeit um 34%. Vermeiden Sie Textwände und zu dichte Absätze.

ATS-freundliche Formatierung

Keine Tabellen, Textfelder oder komplexe Grafiken. Einfache Textformatierung (fett, kursiv) ist ausreichend und wird von allen Systemen korrekt verarbeitet.

Beispiele

VorherNachher
TeamplayerWöchentliche bereichsübergreifende Design‑Reviews mitmoderieren
Starke KommunikationStakeholder‑Sync moderieren; Entscheidungen zusammenfassen
Digital Native gesucht3+ Jahre Erfahrung mit modernen Web-Technologien (React, TypeScript)
Junges, dynamisches TeamCross-funktionales Team aus 8 Personen, agile Arbeitsweise
Sie sind belastbar und flexibelSie koordinieren parallel 3-5 Projekte und passen Prioritäten bei sich ändernden Anforderungen an
Der ideale Kandidat ist proaktivSie identifizieren Prozessverbesserungen und setzen diese in Abstimmung mit dem Team um

Klare Sprache = fairer Zugang.

Karriere‑Wiki Redaktion

Do/Don't

Einfache Sprache

Kurze Sätze, konkrete Verben, kein Jargon.

Bias vermeiden

Inklusive Begriffe und neutrale Kriterien.

Lesbare Struktur

Überschriften, Listen, konsistente Struktur.

Keine Textwände

In scannbare Abschnitte gliedern.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist inklusive Sprache in Stellenanzeigen wichtig?

Inklusive Formulierungen erweitern Ihren Talentpool um über 42 % und reduzieren rechtliche Risiken erheblich. Studien zeigen, dass voreingenommene Sprache qualifizierte Kandidaten abschreckt – insbesondere Frauen, ältere Bewerber und Personen mit Migrationshintergrund. Neutrale, konkrete Formulierungen signalisieren eine offene Unternehmenskultur und erhöhen die Bewerbungsrate nachweislich.

Rechtlich sind diskriminierende Formulierungen in der EU seit dem AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) verboten. Verstöße können zu Schadensersatzforderungen führen. Inklusive Sprache ist daher nicht nur ethisch richtig, sondern auch wirtschaftlich und rechtlich geboten.

Wie vermeide ich geschlechtsspezifische Sprache?

Verwenden Sie geschlechtsneutrale Jobtitel wie 'Entwickler' (nicht 'Entwicklerin'), 'Führungskraft' (nicht 'Manager/in'). Vermeiden Sie maskulin codierte Wörter wie 'aggressiv', 'durchsetzungsstark', 'dominant' – nutzen Sie stattdessen 'zielorientiert', 'überzeugend', 'entscheidungsfreudig'.

Formulieren Sie um, um Pronomen zu vermeiden: Statt 'Der Kandidat sollte' → 'Sie sollten' oder 'In dieser Rolle werden Sie'. Wenn Pronomen nötig sind, nutzen Sie 'sie/deren' als neutrale Alternative oder wechseln Sie die Pronomen ab.

Was ist die ideale Satzlänge für Stellenanzeigen?

Maximal 20 Wörter pro Satz für optimale Lesbarkeit. Eye-Tracking-Studien zeigen, dass längere Sätze die Absprungrate um bis zu 28% erhöhen. Nutzen Sie die aktive Stimme ('Sie entwickeln' statt 'Es wird entwickelt'), konkrete Verben und vermeiden Sie Fachjargon.

Kürzer ist besser zum Scannen: 67% der Kandidaten lesen Stellenanzeigen auf mobilen Geräten. Kurze, prägnante Sätze funktionieren auf allen Bildschirmgrößen optimal.

Wie sollte ich die Abschnitte einer Stellenanzeige strukturieren?

Konsistente Reihenfolge schafft Wiedererkennung und erleichtert das Scannen: 1) Mission/Zweck der Rolle (2-3 Sätze), 2) Hauptverantwortlichkeiten (5-7 Bullet Points), 3) Anforderungen unterteilt in Muss-Kriterien und Kann-Kriterien, 4) Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten, 5) Arbeitsmodell (Remote, Hybrid, On-Site), 6) Bewerbungsprozess mit Timeline.

Diese Struktur ermöglicht Kandidaten, in 14 Sekunden zu entscheiden, ob die Rolle passt, und ATS-Systemen, die Anzeige korrekt zu kategorisieren.

Welches Format verbessert die Lesbarkeit?

Klare Überschriften (H2/H3) für jeden Abschnitt helfen sowohl Menschen als auch ATS-Systemen, die Struktur zu erkennen. Verwenden Sie Aufzählungslisten (Bullet Points) statt Fließtext für Verantwortlichkeiten und Anforderungen.

Leerraum zwischen Abschnitten verbessert die Scannbarkeit um 34%. Vermeiden Sie Textwände – gliedern Sie lange Absätze in 2-3 Sätze pro Absatz. Nutzen Sie einfache Textformatierung (fett für Schlüsselbegriffe, kursiv für Hervorhebungen) und vermeiden Sie komplexe Tabellen oder Grafiken, die ATS-Systeme nicht verarbeiten können.

Wie formuliere ich Anforderungen konkret und beobachtbar?

Statt subjektiver Eigenschaften wie 'Teamplayer', 'kommunikationsstark', 'belastbar' verwenden Sie konkrete, beobachtbare Verhaltensweisen: 'Sie moderieren wöchentliche Cross-Funktional-Meetings mit 3 Abteilungen', 'Sie koordinieren parallel 3-5 Projekte', 'Sie präsentieren Quartalsergebnisse vor C-Level'.

Dieser Ansatz hat drei Vorteile: 1) Kandidaten können ihre Eignung objektiv einschätzen, 2) Sie vermeiden unbewusste Vorurteile (Bias), 3) Die Anforderungen sind im Bewerbungsgespräch leichter zu überprüfen.

Welche kulturellen Unterschiede muss ich bei internationalen Stellenanzeigen beachten?

Kulturelle Normen unterscheiden sich erheblich: Im deutschsprachigen Raum wird eine sachliche, detaillierte Darstellung mit vollständiger Auflistung aller Anforderungen geschätzt. Im angelsächsischen Raum (UK, USA) werden kürzere, nutzenorientierte Formulierungen bevorzugt, die die Entwicklungsmöglichkeiten betonen.

In asiatischen Märkten wird mehr Wert auf Hierarchie und Stabilität gelegt, während nordische Länder Work-Life-Balance und flache Hierarchien schätzen. Passen Sie Ton, Länge und Schwerpunkte kulturell an – reine Übersetzung reicht nicht aus.

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